Schockanruf am Telefon ...
man 76218 640x427Ein naher Verwandter hat einen schweren Verkehrsunfall verursacht und benötigt dringend Hilfe. Wer wäre bei einem solchen Anruf im ersten Augenblck nicht geschockt. Doch lieber erst überlegen, denn das kann eine Masche sein, um an das Geld der angerufenen Person zu kommen.

Die Anrufe variieren zwar, verlaufen aber in aller Regel nach einem bestimmten und sehr subtilen Muster, dem man sich im ersten Augenblick nur schwer entziehen kann. Die Anrufer geben sich als Polizeibeamte, Seelsorger, Zeuge, entfernter Verwandter oder sonst einer Person aus, die von dem angeblichen Vorfall Kenntnisse hat. Mit schauspielerischem Talent wird sehr überzeugend dargelegt, dass es z.B. dem Sohn, der Tochter oder sonst einem nahestehendem Verwandten sehr schlecht ginge. Menschen hätten einen schweren Unfall verursacht, seien verhaftet worden oder hätten sogar ein Verbrechen begangen.

Die Täter scheinen sehr viel Fanatsie aufzubringen, um den Angerufenen entsprechend unter psychischen Druck zu setzen. Das Gespräch wird dabei oft künstlich in die Länge gezogen, damit keine weitere Kontaktaufnahme oder ein Rückruf bei der angeblich betroffenen Person möglich ist. Auch können durchaus mehrere Akteure beteiligt sein und das Gespräch zum Beispiel an einen angeblichen Rechtsanwalt oder Polizisten weitergegeben werden, der den vermeintlichen Sachverhalt oder den Unfallvorgang erneut schildert.

Früher oder später kommt dann der Punkt, an dem es ums Geld geht. Dabei werden zum Teil gewaltige Zahlungen bis zu mehreren hunderttausend Euro verlangt. Auch in Bremen sind der Polizei in den letzten Wochen schon diverse dieser Anrufe gemeldet worden. Und leider waren diese Anrufe zum Teil auch schon recht erfolgreich.


family 593188 640Was kann man tun, um in dieser Situation einen "Kühlen Kopf" zu behalten?

  • Machen Sie sich klar, die (echte) Polizei würde so niemals verfahren und schon gar nicht nach Geld- beziehungsweise Wertsachen fragen oder um deren Herausgabe bitten.
  • Am besten ist es daher, sich gar nicht erst auf das Gespräch einzulassen und sofort aufzulegen, auch wenn die Situation noch so dramatisch geschildert wird.
  • Selbst wenn auf dem Display auf dem Telefon die Polizeinotrufnummer 110 erscheint, sollten die Alarmglocken läuten, denn die 110 ist eine Telefon-Nummer für den Notfall, über die die Polizei niemals bei Ihnen anrufen würde.
  • Auf alle Fälle sollte die richtige Polizei über 110 benachrichtigt und der Vorfall geschildert werden. Es kann durchaus sein, dass die Täter noch nicht aufgegeben haben.
  • Und wenn es irgendwie möglich ist, sollte versucht werden, Kontakt mit der Person aufzunehmen, die sich angeblich in Schwierigkeiten befindet, ob über Handy, Smarthone, Festnetz oder den direkten Weg, wenn die Entfernugen nicht zu groß sind.

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