
Christi Himmelfahrt
Dieser christliche Feiertag wird immer genau 39 Tage nach dem Ostersonntag und zehn Tage vor dem Pfingstfest gefeiert. Auch wenn dieses Fest damit zwangsläufig wie Ostern kein feststehendes Datum hat, so ist damit ein gesetzlicher Feiertag verbunden, der immer auf einem Donnerstag liegt. Doch was hat dieser Feiertag mit der weltlichen Tradition des Vatertags zu tun?
Die Wurzeln dieses Feiertages sind im Neuen Testament der Bibel zu finden. Nach der christlichen Lehre ist Jesus zwar am Ostersonntag von den Toten auferstanden, doch er verließ die Erde nicht sofort. In der Zeit nach Ostern erschien Jesus seinen Jüngern immer wieder, sprach mit ihnen und bereitete sie auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. In dieser Zeit blieb er so als Bindeglied zwischen Himmel und Erde präsent.
Am 40. Tag führte er seine Begleiter auf den Ölberg bei Jerusalem, wo er in den Himmel emporgehoben wurde. Dies wird oft als "von einer Wolke aufgenommen" beschrieben. Für Gläubige leitet sich daraus die Botschaft ab, dass Jesus nun zur Rechten Gottes sitzt. Es ist kein Abschied in Trauer, sondern das Versprechen, dass er bei Gott für die Menschen eintritt und den Weg für den Heiligen Geist bereitet hat.
Im Umfeld auch dieses Festes haben sich über die Jahre diverse Bräuche entwickelt, die sich in den Regionen oftmals sehr unterscheiden. Viele Menschen verbinden mit diesem den Tag nicht nur einen gesetzlichen Feiertag, sondern vor allem den Vatertag. Die Tradition hat tatsächlich auch einen historischen Kern, denn schon im Mittelalter gab es an Himmelfahrt Prozessionen, sogenannte "Flurumritte". Man schritt die Grenzen der Felder ab und bat um eine gute Ernte.
Aus diesen religiösen Umzügen entwickelten sich im 19. Jahrhundert die "Herrentagspartien", bei denen die Männer Ausflüge aufs Land unternahmen, oft verbunden mit Bollerwagen und Geselligkeit. Heute hat sich das Bild jedoch gewandelt und viele Familien nutzen den Tag gemeinsam für Radtouren, Wanderungen oder Grillabende im Garten.

